Steiermark · Wein News

Job in der Gastronomie, chillig oder stressig?

In Folge 19 von „Der letzte Schluck zum Feierabend" sprechen Michael Gehring und ich darüber, wie die Arbeit in der Gastronomie von außen wahrgenommen wird und wie sie sich tatsächlich anfühlt. Für die Hotellerie ging es dort um Personalführung im Betrieb. Für Winzer betrifft dieselbe Lücke zwischen Wahrnehmung und Realität die eigenen Saisonkräfte und Mitarbeiter, oft an einer Stelle, die im Weinmarketing sonst kaum vorkommt.

Von außen wirkt Arbeit am Weingut häufig romantisch, Sonne, Reben, gutes Glas am Feierabend. Wer dort tatsächlich arbeitet, weiß, dass Lese, Kellerarbeit und Verkauf körperlich anstrengend und zeitlich unregelmäßig sind. Diese Lücke zwischen Außenbild und Innenleben ist nicht nur ein Thema für die Gastronomie, sie betrifft jeden Betrieb, der Saisonkräfte sucht und binden will.

Falsche Erwartungen kosten mehr als sie einbringen

Wer im Stelleninserat oder im Bewerbungsgespräch ein zu positives Bild zeichnet, gewinnt vielleicht schneller eine Zusage, verliert aber oft schneller wieder die Person, sobald die Realität sichtbar wird. Gerade in der Saisonarbeit am Weingut, wo Einarbeitung Zeit kostet, ist das teuer. Ehrlichkeit über Arbeitszeiten, körperliche Belastung und Tempo während der Lese zahlt sich langfristig aus, auch wenn sie im ersten Moment weniger attraktiv klingt.

Realistische Erwartungen stärken die Bindung

Mitarbeiter, die wissen, worauf sie sich einlassen, bleiben eher und arbeiten motivierter, weil sie sich nicht getäuscht fühlen. Das gilt für die Aushilfe während der Lese genauso wie für die feste Kraft in der Vinothek. Ein Weingut, das offen über die anstrengenden Seiten der Arbeit spricht und trotzdem zeigt, warum sie sich lohnt, wirkt glaubwürdiger als jede geschönte Stellenanzeige.

Wer die Arbeit ehrlich beschreibt, verliert vielleicht die falschen Bewerber. Genau die will man nicht halten.

Was das für Ihr Team bedeutet

  • Beschreiben Sie offene Stellen, insbesondere zur Lese, so ehrlich wie möglich, inklusive Belastung und Arbeitszeiten
  • Sprechen Sie im Bewerbungsgespräch aktiv über die anstrengenden Seiten der Arbeit, nicht nur über die schönen
  • Investieren Sie in eine klare Einarbeitung, damit realistische Erwartungen nicht am ersten Tag enttäuscht werden

Folge 19 vollständig hören

Die vollständige Episode mit Michael Gehring und mir, inklusive der Hotellerie-Perspektive auf Personalführung, gibt es auf Spotify und den anderen gängigen Plattformen. Eine ausführliche Einordnung aus Sicht der Hotellerie finden Sie im Originalartikel auf hotelsuccess.cc/podcast, der Hauptseite unseres gemeinsamen Podcasts.

Wie gut bereiten Sie neue Mitarbeiter auf die Realität am Weingut vor?

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