Österr. Tourismusstrategie, was hat das mit meinem Betrieb zu tun?
In Folge 28 von „Der letzte Schluck zum Feierabend" sprechen Michael Gehring und ich darüber, wie sich die nationale Tourismusstrategie auf einzelne Betriebe auswirkt, auf den ersten Blick eine Frage für Hotellerie und Destinationsmanagement. Für Winzer steckt in der Folge etwas anderes: Auch ein kleines Weingut bewegt sich innerhalb dieser Strategie, ob es das weiß oder nicht.
Eine nationale Tourismusstrategie klingt abstrakt, fern vom Alltag eines Weinguts, das Trauben liest, presst, abfüllt und ab Hof verkauft. Tatsächlich bestimmt sie mit, wohin Gästeströme gelenkt werden, welche Regionen beworben werden und welche Themen als Zukunftsfelder gelten. Weintourismus ist eines dieser Felder. Wer als Weingut nicht weiß, wo die große Richtung hingeht, verpasst leicht den Anschluss an Fördermittel, Kooperationen und Aufmerksamkeit, die genau in diese Richtung fliessen.
Weintourismus ist kein Nebenschauplatz mehr
Was früher als Zusatzgeschäft neben dem eigentlichen Weinverkauf galt, Führungen, Verkostungen, Übernachtung am Weingut, wird zunehmend als eigenständige touristische Kategorie verstanden. Betriebe, die das erkennen und ihr Angebot entsprechend ausrichten, positionieren sich innerhalb einer Strategie, die ohnehin läuft, statt daneben zu stehen. Mehr dazu im Blogartikel Events am Weingut.
Kleine Betriebe profitieren von großen Linien
Ein einzelnes Weingut kann keine Landestourismusstrategie ändern, aber es kann sie für sich nutzen. Wenn eine Region als Genussdestination positioniert wird, wenn Radwege, Wanderwege oder kulinarische Routen ausgebaut werden, ist das eine Einladung, das eigene Angebot in diese Infrastruktur einzuhängen. Wer diese Zusammenhänge kennt, muss nicht selbst Tourismusmarketing erfinden, sondern kann an bestehende Bewegungen andocken.
Eine Strategie, die man nicht kennt, kann man auch nicht nutzen. Ein kleiner Betrieb muss die große Linie nicht bestimmen, er muss sie nur rechtzeitig sehen.
So nutzen Sie die große Linie für Ihr Weingut
- Verfolgen Sie, welche Themen Ihre Landestourismusorganisation aktuell als Schwerpunkt setzt, und prüfen Sie, ob Ihr Betrieb dort andocken kann
- Bauen Sie Ab-Hof-Erlebnisse gezielt als touristisches Angebot aus, nicht nur als Nebenprodukt des Weinverkaufs
- Suchen Sie aktiv Kooperationen mit regionalen Tourismusinitiativen, statt auf Einladungen zu warten
Folge 28 vollständig hören
Die vollständige Episode mit Michael Gehring und mir gibt es auf Spotify und den anderen gängigen Plattformen. Eine ausführliche Einordnung aus Sicht der Hotellerie finden Sie im Originalartikel auf hotelsuccess.cc/podcast, der Hauptseite unseres gemeinsamen Podcasts.
Wie passt Ihr Weingut in die große touristische Linie?
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